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AK Ländliche Räume: Call for Papers & Programmvorschau

Begehrter Boden?! Dynamiken, Transformationen und Perspektiven in ländlichen Räumen

8.-10. Oktober 2026
Universität Innsbruck, Institut für Geographie

Boden wird in vielen ländlichen Räumen Europas zunehmend zur begehrten und zugleich  begrenzten Ressource. Steigender Nutzungsdruck ergibt sich etwa durch den zunehmenden Flächenbedarf für Siedlungsentwicklung, Verkehrsbauten und neue Energieinfrastruktur. Gleichzeitig rücken Fragen der Ernährungssicherheit, des Flächensparens und der sozial ökologischen Transformation in den Fokus. Aktuelle politische Debatten werden dabei von einem Vorrang für landwirtschaftliche Flächen sowie dem Netto-Null-Ziel für die Flächenneuinanspruchnahme geprägt. Die Klimakrise führt zudem dazu, dass Bedrohungen durch Naturgefahren neu bewertet werden müssen und die Nutzung von Flächen mit diesem Risiko in Einklang zu bringen ist. Hierzu zählt auch der Bedarf an Flächen für Klimaanpassungsmaßnahmen, z.B. die Schaffung von Retentionsflächen.

Zugleich zeigen sich deutliche räumliche Unterschiede in der Nachfrage nach Boden: Während einige Regionen einem starken Wachstumsdruck ausgesetzt sind, kämpfen andere mit Leerständen an Gewerbe- und Wohnflächen, Flächenüberhang und strukturellem Wandel. Viele ländliche Räume stehen dennoch unter dem Druck, wachsen zu müssen, um den Herausforderungen des demografischen Wandels begegnen zu können. Die wachsende Bedeutung der Tourismus- und Freizeitwirtschaft und deren zunehmender Flächenbedarf bergen in diesem Zusammenhang Nutzungskonflikte und bedürfen komplexer Aushandlungsprozesse auf verschiedenen räumlichen Ebenen. Unter der Vielfalt der unterschiedlichen Nutzungsinteressen stehen vielerorts ländliche Bodenmärkte unter erheblichem Druck mit Folgen für Flächennutzungen und Standortentwicklungen.

Bodenknappheit ist dabei nicht nur ein politisch-planerisches Thema, sondern vor allem auch ein soziales, insofern sich im Umgang mit Boden soziale Ungleichheiten und Machtverhältnisse räumlich verdichten. Wer hat Zugriff auf Boden und wer nicht? Wer vertritt welche Interessen und kann sie durchsetzen? Boden wird so zum Ausdruck gesellschaftlicher Aushandlungsprozesse, in denen nicht zuletzt auch Fragen von Zugehörigkeit, Teilhabe und Gerechtigkeit verhandelt werden. Besonders in ländlichen Räumen zeigt sich, wie unterschiedliche Interessen und Vorstellungen von Raum aufeinandertreffen und gesellschaftliche Spannungen räumlich sichtbar werden.

Die 30. Jahrestagung des AK Ländliche Räume nimmt die zunehmende Bodenknappheit in ländlichen Regionen Europas in den Fokus. Der Tagungsort an der Universität Innsbruck lädt dazu ein, aktuelle Herausforderungen, räumliche Nutzungskonflikte, aber auch Governance-Strukturen und politische Lösungsansätze in ländlichen Räumen kennenzulernen und zu diskutieren. Gerade im alpinen Raum ist die Diskussion um den begehrten Boden aktuell wie nie zuvor. Das Programm beinhaltet eine Exkursion sowie eine Podiumsdiskussion, in deren Rahmen aktuelle Herausforderungen der Bodenknappheit alpiner ländlicher Regionen diskutiert und Perspektiven aus den ländlichen Räumen Tirols präsentiert werden. Zusätzlich werden Sessions auf Basis von Vortragseinreichungen zum Tagungsthema abgehalten. Wir freuen uns über Beiträge zum Leitthema, aber, wie im Arbeitskreis etablierte Praxis, auch darüber hinaus zu anderen Fragen der ländlichen Raumentwicklung und Lebenswelten ländlicher Räume, die mit einer geografischen oder einer interdisziplinären Perspektive sowohl theoretisch-konzeptionell als auch empirisch oder angewandt betrachtet werden. Auch über Österreich, den Alpenraum, Deutschland und Europa hinausgehende geographische Kontexte können themenbezogen adressiert werden.

Wir erbitten die Einreichung von Vortragsvorschlägen mit einem kurzen Abstract von mindestens 1.000 Zeichen bis zum 15. Mai 2026 an folgende Adressen:
ingo.mose@uni-oldenburg.de
ak-laendlich2026@uibk.ac.at

Registrierung und Teilnahme ab Juni 2026
Eine Teilnahme ohne Beitrag ist ebenfalls möglich und erwünscht. Die Registrierung zur Veranstaltung öffnet im Juni 2026.

Wir freuen uns über Ihre Teilnahme!

Voraussichtliche Kosten: 60 Euro
Ermäßigte Teilnahmegebühr für Studierende, PhD Studierende und für besondere Situationen (auf Anfrage beim Veranstalterteam)

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