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Goethe-Universität Frankfurt: vier Stellen für Wissenschaftliche Mitarbeiter*innen (PostDoc)

Am Institut für Humangeographie im Fachbereich Geowissenschaften/Geographie der Goethe-Universität Frankfurt am Main sind zum nächstmöglichen Zeitpunkt vier Stellen für

Wissenschaftliche Mitarbeiter*innen (m/w/d)
Post-Docs
(E 13 TV-G-U)

befristet für drei Jahre mit der Option der Verlängerung um drei Jahre zu besetzen. Die Eingruppierung richtet sich nach den Tätigkeitsmerkmalen des für die Goethe-Universität geltenden Tarifvertrages (TV-G-U). Die Stelle umfasst Aufgaben in Forschung, Lehre und Verwaltung; die Lehrverpflichtung im Umfang von 4 LVS ist in allen Studiengängen der Geographie (Bachelor, Lehramt, Master) zu erbringen.

Mit einem neuen Forschungsschwerpunkt Geographien Planetarer Transformationen reagiert das Institut für Humangeographie der Goethe-Universität Frankfurt konzeptionell-theoretisch sowie kritisch-angewandt auf Herausforderungen und Umbrüche der Gegenwart im Anschluss an das globale Zeitalter (ökologische Krisen, geoökonomische Restrukturierungen, gesellschaftliche Ungleichheit, Digitalisierung und künstliche Intelligenz, Infragestellung demokratischer Systeme). Geographien planetarer Transformation verstehen wir dabei als Antwort auf diese Herausforderungen, als Erforschung der räumlichen Neuordnung der Welt durch eine kritisch-reflexive Neuausrichtung herrschender anthropozentrischer und eurozentrischer Epistemologien und durch eine fachwissenschaftliche Rekonfiguration des Verhältnisses von Raum zu Natur, Gesellschaft und Technik.

Die Stelleninhaber*innen sollen im Rahmen der neuen Departmentstruktur des Instituts für Humangeographie durch eigene Projekte zu einer der folgenden Vertiefungsrichtungen beitragen oder eine eigene Forschungsperspektive entwickeln:

  • Geographien von Mensch-Natur-Verhältnissen fokussieren Wissensformen, Praktiken und Ethiken des Zusammenlebens zwischen den Arten und nehmen die Verschränkung sozialer, materieller und ökologischer Dimensionen in den Blick. Sie beruhen auf post-anthropozentrischen Theorien und Methodologien, welche die Lebendigkeit der nicht-menschlichen Mitwelt und ihre Wirkmächtigkeit bei der fortlaufenden Co-Produktion von Geographien zu verstehen suchen.
  • Geographien der Urbanisierung befassen sich auf der Basis theoretischer Perspektiven alter und neuer Materialismen mit einem einschlägigen Thema der geographischen Stadtforschung wie etwa Urban Commons, Bodenfragen oder urbane politische Ökologie.
  • Geographien der Ökonomisierung knüpfen an etablierte heterodoxe Ansätze, die STS sowie die Diverse Economies-Forschung an, gehen aber darüber hinaus. Sie fragen empirisch nach Modalitäten der Produktion, Distribution und des Konsums, denen ein post-anthropozentrischer, mehr-als-menschlicher Nutzen- und Netzwerkbegriff zu Grunde liegt und die damit den Raum des Ökonomischen neu definieren.
  • Geographien der Digitalisierung arbeiten an der Schnittstelle von digitalen Technologien und Raum. Mit Arbeiten zu beispielsweise Big Spatial Data, Automatisierung (generative KI) und Plattformisierung haben sie vor allem die Verflechtungen von Ungleichheit und Technologie sowie die technologische Definition räumlicher Souveränität und politischer Autorität im Blick.
  • Ausdrücklich erwünscht sind auch Bewerbungen mit eigenen Forschungsperspektiven zu Geographien Planetarer Transformationen, die nicht zu diesen vier Vertiefungsrichtungen passen.

Die Goethe-Universität setzt sich aktiv ein für Chancengerechtigkeit, Familienfreundlichkeit und Diversität. Um die Vielfalt unterschiedlicher Lebenswelten und Erfahrungen an der Universität zu stärken, freuen wir uns besonders über Bewerbungen von Menschen mit Migrationsgeschichte und Zugehöriger anderer bisher unterrepräsentierter Gruppen. Personen mit einer Schwerbehinderung oder diesen Gleichgestellte werden bei gleicher Eignung bevorzugt berücksichtigt. Sind Frauen in dem Fachbereich/der zentralen Einrichtung unterrepräsentiert, werden sie bei gleicher Qualifikation bevorzugt berücksichtigt.

Forscher*innen, die ein abgeschlossenes wissenschaftliches Hochschulstudium und eine sehr gute Promotion in Humangeographie (oder einer verwandten Fachrichtung) besitzen, reichen die üblichen Bewerbungsunterlagen ein, mit denen sie Geographien Planetarer Transformationen allgemein oder in einer der genannten Vertiefungsrichtungen weiterentwickeln wollen. Bitte schicken Sie Ihre Bewerbungen bis zum 29.06.2026 an die Assistenz der Geschäftsführung des Instituts für Humangeographie C. Rottleuthner (rottleuthner@geo.uni-frankfurt.de). Die Unterlagen werden digital, gesammelt in einem PDF-Dokument von max. 15 MB erbeten.

Beachten Sie bitte, dass die Bewerbungsunterlagen nicht zurückgeschickt werden. Im Rahmen des Bewerbungsverfahrens entstandene Kosten werden von der Goethe-Universität nicht erstattet.

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Hinweis

In Verbindung mit dem Übergang zu einer Departmentstruktur hat das Frankfurter Institut für Humangeographie damit begonnen, in Forschung und Lehre eine neue Querschnitt-Perspektive mit dem Titel „Geographien Planetarer Transformationen“ aufzubauen. Ein knapper inhaltlicher Überblick findet sich auf der Homepage des Instituts unter:

 

Die ausgeschriebenen Stellen sind Teil dieser Initiative. Die Post-Doc Stellen sind NICHT der Professur zugeordnet, sondern eigenständig. Sie sind inhaltlich in die etablierten Forschungsfelder der Frankfurter Humangeographie (s. Ausschreibungstext und Homepage) eingebunden und vertreten dort die Perspektive des „Planetary Thinking“.

Alle für eine Bewerbung relevanten Infos sowie Ansprechpartner sind im Netz zu finden, Interessent*innen können sich aber gerne auch direkt an Peter Lindner wenden!