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AK Digitale Geographien: Bericht zum Jahrestreffen 2025

Das Vernetzungstreffes des Arbeitskreises (AK) Digitale Geographien fand am 6. und 7. November 2025 der Goethe-Universität Frankfurt statt. In den Räumen des Casinos auf dem Campus Westend diskutierten etwa 40 Teilnehmenden über aktuelle Forschung im Bereich der Digitale Geographien und nutzen die Gelegenheit zum Vernetzen. Das diesjährige Treffen fand unter dem Motto digital geographies of valuation: platforms, technologies, narratives statt.

 

Foto 1: Marc Boeckler

Schwerpunkt: Geographies of valuation

Auf der diesjährigen Jahrestagung bringt die AK Digitale Geographien Forschung aus dem Bereich der digitalen Geographien mit benachbarten Disziplinen zusammen, die sich mit Fragen der Bewertung (valuation) und des Wertes (value) beschäftigen. Alltägliche Bewertungen durch digitale Technologien sind heute ebenso allgegenwärtig wie beiläufig und Dingen, Orten, Unternehmen in Echtzeit einen monetären, ethische oder ästhetischen Wert verleiht.

Das Treffen sollte den Raum geben, die Bedeutung, die digitale Technologien für Bewertungsprozesse haben, zu diskutieren, aber auch darüber hinaus offen sein für das breite Themenspektrum der digitalen Geographien.

PROGRAMM

In fünf inhaltlichen Sessions im klassischen Präsentationsformat stellten die Teilnehmenden ihre aktuelle Forschung und ihre Projektvorhaben vor. Den Einstieg in das Programm machte die Session politics of digital infrastructures, in der geopolitische Zusammenhänge und Auswirkungen von Datafication und Digitalisierung im Vordergrund standen. Im Anschluss daran ging es in der Session data touching ground vor allem um Methoden und Politiken im Umgang mit Daten. Zum Abschluss des ersten Tages wurden in der Session everyday aesthetics, affective and care relations alltägliche Praktiken und Beziehungen zum Digitalen über Fragen der Bewertung und des Werts von Authentizität auf Social Media, dem Leben mit digitalen Assistenzsystem und der Potenziale von Smart Cities in den Blick genommen.

Der zweite Tagungstag begann mit einer Session zu künstlicher Intelligenz. In knowing with AI wurde geographische Wissensproduktion mittels künstlicher Intelligenz beleuchtet und eine grundständige Debatte über den Begriff des Digitalen Kapitalismus im geographischen Diskurs geführt. Abgerundet wurde die Tagung in der Session platforms, power and responsibilities, in der die Vortragenden ihre Forschung zu plattformvermittelter Reproduktionsarbeit vorstellten, Machthierarchien, Handlungsoptionen durch Entwicklung von Apps und die Frage nach dem Entwickeln demokratischer Plattformen diskutieren. Zusätzlich gab es eine Ausstellung zu Natur-Räume via VR. Trotz viel inhaltlichem Programm gab es Zeit für den persönlichen Austausch und zum Netzwerken in den Pausen und beim gemeinsamen Abendessen am Mittwoch und Donnerstag.

KEYNOTE

Die diesjährige Keynote von Franziska Cooiman von der TU Berlin mit dem Titel Beyond value? Venture Capital and the politics of assets wurde gemeinsam mit dem Institut für Humangeographie und dessen jährlicher Ringvorlesung ausgerichtet. Neben den Teilnehmenden des Jahrestreffens, nahmen deshalb auch viele Bachelor- und Masterstudierende der Humangeographie an der Vorlesung teil. Obwohl die Keynote kurzfristig auf ein Onlineformat umgestellt werden musste, gab es eine rege Austausch- und Fragerunde gemeinsam mit den Studierenden zum Ende des Vortrags.

Franziska Cooiman sprach über die Rolle von Risikokapital in der Bewertung von (europäischen) Startups. Dabei machte Sie deutlich über welchen Einfluss Risikokapital durch dessen Struktur auf digitale Ökonomien nimmt.

Foto 2: Marc Boeckler

Die Tagung endete mit einer Reflexions- und Planungsrunde für das kommende Treffen. Wir freuen uns mitteilen zu dürfen, dass dieses mit dem Titel Verkörperung und Infrastrukturen: Macht und Gewalt in und durch digitale Technologien vom 8. bis 9.Oktober 2026 in Heidelberg stattfinden wird. Alle weiteren Infos finden sich auf der Website: https://digitale-geographien.de. Genauso laden wir auch ein, sich in unsere Mailing-Liste einzutragen. Meldet Euch bei Interesse gern direkt bei den Sprecher:innen unter kontakt@digitale-geographien.de.

Ein großen Dank an das diesjährige Orga-Team aus Frankfurt, die das diesjährige Treffen organisiert haben und dafür gesorgt haben, dass immer genug Kaffee und Snacks bereitstehen.

Eine Besonderheit dieses Jahr, waren die Kaffeetassen mit dem grid Logo, die alle Teilnehmenden als Andenken mit nach Hause und/oder in ihre Institute nehmen durften. Damit die Themen der Tagung noch weiter diskutiert werden (können), wird es noch eine Ausgabe unter dem diesjährigen Themenschwerpunkt in grid geben. grid ist als Projekt des Arbeitskreises Digitale Geographien entstanden und erscheint seit Oktober 2024. Ziel des Projekts ist es, ein Publikationsformat zu schaffen, dass einen Austausch unter Wissenschaftler:innen ermöglicht, diesen Austausch aber auch einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich macht. Unsere Antwort auf diese Herausforderung ist ein hybrides Format aus Blog und wissenschaftlicher Zeitschrift: knappe, klar verständliche Texte in einem Format, die sich auch auf Tablets oder Smartphones lesen lassen. Und ein Beitrag zu einer Wissenschaft, die nachvollziehbar, frei und offen zugänglich ist. Mehr Infos finden sich hier auf der Website: www.gridisnotajournal.de

Darüber hinaus bedanken wir uns bei allen Vortragenden, Teilnehmenden und AK-Mitgliedern für ihre Mitwirkung und Unterstützung bei diesem gelungenen Treffen!