Wie Sterndünen durch Wind ihre Form verändern. Eine multimethodische Analyse am Beispiel des Erg Chebbi (Marokko)
Von Manuel Herzog
Die Morphologie komplexer Sterndünen und ihr Vorkommen rund um den Globus sind nur teilweise verstanden und erforscht. Diese Dünen befinden sich oft in abgelegenen und extrem trockenen Regionen und sind die Folge von äolischer Dynamik. Sie spiegeln Klimaveränderungen und die damit verbundenen Kräfte sowie Rückkopplungen mit der lokalen Umwelt wider. Die Forschung zu Sterndünen konzentrierte sich lange auf einen deskriptiven und generalisierenden Ansatz mit globaler Perspektive. Aufgrund der Komplexität von Sterndünen ist jedoch eine detailliertere Aufzeichnung einzelner Oberflächenmerkmale mit einem neuen multimethodischen Ansatz sinnvoll. Die Entschlüsselung der Oberflächen und der damit verbundenen äolischen Dynamik in höchster Auflösung führt schließlich zu einem besseren Verständnis der Sterndünen und ihrer Oberfläche.

Untersuchung
Ziel meiner Dissertation war es, eine einzelne Sterndüne umfassend geomorphologisch zu erfassen. Dabei ging es darum, die äolische Dynamik auf einer neuen Komplexitätsstufe und in hoher räumlicher Auflösung zu ermitteln. Eine Schlüsselregion für diese Forschung ist das Tafilalt-Becken im Südosten Marokkos, mit einer von Sterndünen dominierten Wüste, dem Erg Chebbi. Für die Untersuchung der Sterndünen und die Erfassung der Oberflächendynamik wurde eine Kombination aus Oberflächen- und Untergrundanalyse eingesetzt. Als Ergebnisse konnten Dünenbewegungen auf verschiedenen Zeitskalen identifiziert werden. Auf einer längerfristigen Zeitschiene wurde die Bewegung durch den Vergleich von rekonstruierten Paläooberflächen mit der aktuellen Topographie abgeleitet. Mit Blick auf die kurzfristige Zeitschiene wurde eine mehrfache aktive Erfassung der Oberflächen sowie eine 4D-Veränderungsanalyse durchgeführt. Die dabei erfassten Prozessmuster zeigen, dass die Sterndünen des Erg Chebbi unter den derzeitigen Klimabedingungen aktive Oberflächenformen sind.
Ziel meiner Dissertation war es, eine einzelne Sterndüne umfassend geomorphologisch zu erfassen. Dabei ging es darum, die äolische Dynamik auf einer neuen Komplexitätsstufe und in hoher räumlicher Auflösung zu ermitteln. Eine Schlüsselregion für diese Forschung ist das Tafilalt-Becken im Südosten Marokkos, mit einer von Sterndünen dominierten Wüste, dem Erg Chebbi. Für die Untersuchung der Sterndünen und die Erfassung der Oberflächendynamik wurde eine Kombination aus Oberflächen- und Untergrundanalyse eingesetzt. Als Ergebnisse konnten Dünenbewegungen auf verschiedenen Zeitskalen identifiziert werden. Auf einer längerfristigen Zeitschiene wurde die Bewegung durch den Vergleich von rekonstruierten Paläooberflächen mit der aktuellen Topographie abgeleitet. Mit Blick auf die kurzfristige Zeitschiene wurde eine mehrfache aktive Erfassung der Oberflächen sowie eine 4D-Veränderungsanalyse durchgeführt. Die dabei erfassten Prozessmuster zeigen, dass die Sterndünen des Erg Chebbi unter den derzeitigen Klimabedingungen aktive Oberflächenformen sind.
Ergebnisse
Die detaillierte Analyse zeigt, dass die äolische Oberflächendynamikzu einem selbsterhaltenden Wachstum der Sterndüne führt. Gründe hierfür werden in einer stark abschirmenden Wirkung des großen Dünenkörpers vermutet. Die Bedeutung von Hangneigung und Höhe scheinen für den Sedimenttransport und die Akkumulation auf großen Dünen größer als bisher angenommen. Der detektierte äolische Prozess von Sandakkumulationan windzugewandten Hängen erklärt dabei den pyramidenförmigen Charakter von Sterndünen mit einem steilen Zentrum auf einer breiten Basis. Insgesamt ist der Sedimenttransport auf diesen Dünenformen in hohem Maße von der Beziehung zwischen Hangexposition relativ zu den jeweiligen lokalen Windrichtungen geprägt. In dieser Hinsicht bestimmt der Sedimenttransport innerhalb des Dünenkomplexes die räumliche Verteilung der einzelnen Dünenkämme und letztendlich die gesamte Morphometrie der Sterndüne.
Die detaillierte Analyse zeigt, dass die äolische Oberflächendynamikzu einem selbsterhaltenden Wachstum der Sterndüne führt. Gründe hierfür werden in einer stark abschirmenden Wirkung des großen Dünenkörpers vermutet. Die Bedeutung von Hangneigung und Höhe scheinen für den Sedimenttransport und die Akkumulation auf großen Dünen größer als bisher angenommen. Der detektierte äolische Prozess von Sandakkumulationan windzugewandten Hängen erklärt dabei den pyramidenförmigen Charakter von Sterndünen mit einem steilen Zentrum auf einer breiten Basis. Insgesamt ist der Sedimenttransport auf diesen Dünenformen in hohem Maße von der Beziehung zwischen Hangexposition relativ zu den jeweiligen lokalen Windrichtungen geprägt. In dieser Hinsicht bestimmt der Sedimenttransport innerhalb des Dünenkomplexes die räumliche Verteilung der einzelnen Dünenkämme und letztendlich die gesamte Morphometrie der Sterndüne.
Der Artikel erscheint in Zusammenarbeit mit der Geographischen Rundschau im Westermann-Verlag, Heft 1/2-2026.