Das Institut für Geographie an der Fakultät für Geo- und Atmosphärenwissenschaften der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck sucht eine*n
Doktorand*in im Bereich Humangeographie
Beginn/Dauer: baldmöglichst, für 3 Jahre
Im Rahmen des Projekts CoWaVis – “Water Availability and Use in a Deglaciated Ötztal: A Co-Creative Development of a Common Vision for the Future” – wird eine Person gesucht, die innovative Forschungsarbeiten zur aktuellen und zukünftigen Wassernutzung im hochalpinen Raum unter den Bedingungen der Klimaerwärmung durchführt und dazu beiträgt, eine gemeinsame Zukunftsvision zu erarbeiten, die die Wasserbedarfe aller Akteurinnen und Akteure fair berücksichtigt. Projektregion ist das Ötztal. Die Stelle ist in die Arbeitsgruppe Entwicklungs- und Nachhaltigkeitsforschung am Institut für Geographie eingebunden (https://www.uibk.ac.at/de/geographie/agef/ ).
Der Klimawandel trifft Gebirgsregionen besonders stark und verändert im Ötztal die Verfügbarkeit und saisonale Verteilung von Wasser. Das hat unmittelbare Folgen für Bergökosysteme sowie für die Lebensgrundlagen in den Tälern, insbesondere in Landwirtschaft, Tourismus und Wasserkraft. Zentral für die Stabilität von Ökosystemen und die Leistungsfähigkeit multifunktionaler Kulturlandschaften ist, dass Wasser in ausreichender Menge und zur passenden Zeit bereitsteht.
Diese klimabedingten Verschiebungen überlagern sich mit einem veränderten Wasserbedarf: technische Beschneiung im Wintertourismus, zunehmende Bewässerung in der Landwirtschaft und flexible Nutzung für Energieerzeugung. Das verschärft Nutzungskonflikte und erhöht den Druck auf alpine Wald- und Graslandökosysteme, die für Biodiversität, Erosionsschutz, Kohlenstoffspeicherung und Landschaftsbild wichtig sind. Ohne integriertes Management drohen ökologische Schäden, ökonomische Einbußen und gesellschaftliche Spannungen.
Hier setzt CoWaVis an: Das Projekt entwickelt eine gemeinsame Zukunftsvision für Wasserverfügbarkeit und -nutzung im Ötztal durch einen ko-kreativen Prozess mit Gemeinden, Land- und Forstwirtschaft, Tourismus, Energiewirtschaft, Naturschutz, Wissenschaft und Bürgern. Im Mittelpunkt stehen das frühzeitige Erkennen aktueller und künftiger Konfliktlinien sowie die Erarbeitung von Szenarien, Handlungsoptionen und fairen Verteilungsprinzipien. Langfristiges Ziel ist es, die Resilienz der Bergökosysteme und die Lebensgrundlagen der Talgemeinschaften zu sichern – durch vorausschauende, partizipative und wissenschaftlich fundierte Wasserstrategien, die den Klimawandel nicht nur berücksichtigen, sondern aktiv gestalten.
Aufgaben:
- Empirische Arbeiten im Ötztal, Datenerhebungen, -Organisation, -Analyse
- Enge Zusammenarbeit im Projektteam (Hydrologie und Humangeographie)
- Beiträge zur Ko-kreativen Entwicklung einer gemeinsamen Vision für die Zukunft
- Wissenschaftliche Publikation zu Forschungsmethoden und Ergebnissen
Anforderungen:
- Hochschulabschluss in (Human-)Geographie
- Kenntnisse in Themen der Geographischen Nachhaltigkeitsforschung, sozial-ökologischer Transformation, Wirtschaftsgeographie, Politischer Ökologie, Agrar-, Tourismus- oder Energiegeographie erwünscht und starkes Interesse an den Debatten zu räumlicher Gerechtigkeit und Zukünfte
- Kenntnisse qualitativer Forschungsmethoden und starkes Interesse an empirischer Forschung mit regionalen Forschungspartner:innen, ko-kreativen Methoden und Citizen Science.
- Sehr gute Deutsch-Kenntnisse und Bereitschaft zu Forschungsaufenthalten im Ötztal.
- Starkes Interesse an einer Promotion in Humangeographie im Rahmen des Doktoratsstudiums Geographie
Bei Interesse und/oder Fragen wenden Sie sich bitte an Jutta Kister (Jutta.Kister@uibk.ac.at). Ihre Bewerbung sollte Motivationsschreiben, Lebenslauf und Zeugnisse/Referenzen umfassen (Bewerbungsschluss: 08.03.26). Der/die erfolgreiche Bewerber:in erhält einen 3-jährigen Arbeitsvertrag für eine 30-Stunden-Woche. Der Arbeitsort ist Innsbruck/Österreich. Das Projekt wird aus Mitteln des Earth System Sciences Förderprogramms der Österreichischen Akademie der Wissenschaften finanziert. Die Vergütung erfolgt gemäß dem österreichischen Kollektivvertrag für Universitätspersonal. Die Leopold-Franzens-Universität Innsbruck ist bestrebt, den Frauenanteil in der Fakultät zu erhöhen. Bewerbungen von qualifizierten Wissenschaftlerinnen sind daher besonders willkommen. In Übereinstimmung mit den österreichischen Behindertengesetzen werden qualifizierte Personen mit besonderen Bedürfnissen besonders zur Bewerbung ermutigt.
Kurzinformation:
Ort: Leopold-Franzens-Universität Innsbruck
Stelle: Wissenschaftliche*r Mitarbeiter*in (Promotionsstelle)
Dauer: Zum nächstmöglichen Zeitpunkt / 3 Jahre
Umfang: 30 Stunden/Woche
Vergütung: Österreichischer Kollektivvertrag
Bewerbungsfrist: 08.03.2026
Thema/Bereich: sozial-ökologische Transformation und gerechte Zukunftsvisionen mit Bezug zu Wasserbedarfen /Humangeographie