Vom 29.-30. Januar trafen sich rund 40 Wissenschaftler:innen aus Geographie und angrenzenden Disziplinen für das jährliche Vernetzungstreffen des Arbeitskreises (AK) Labour Geography an der Universität Halle-Wittenberg. Unter dem Motto „Arbeit, Recht und Raum“ widmete sich das Treffen einem neuen Schwerpunktthema und erkundete insbesondere die Verbindungen zwischen Rechts- und Arbeitsgeographie.
Neue Perspektiven: Konflikte um Arbeit als Rechtskämpfe
Das Jahrestreffen eröffnete Maximilian Pichl mit dem Beitrag „Towards a Legal Labour Geography? Connecting Labour, Law and Space“ und stellte darin das Konzept der Rechtskämpfe vor. Am Beispiel der Lieferkettengesetzgebung zeigte Pichl, wie eine solche konzeptionalle Perspektive dazu beitragen kann, arbeitsgeographische Analysen um rechtliche Aspekte zu erweitern. Gerade in Zeiten eines postliberalen Kapitalismus und zunehmender autoritärer Angriffe auf Streikrechte und Arbeitsschutzrechte, wie die Regelung zur Länge des Arbeitstages, gewinnt eine Verbindung solcher Perspektiven an Bedeutung für eine kritische Labour Geography im deutschsprachigen Kontext und darüber hinaus.
Labour Geography ist Kritik. Labour Geography ist Praxis
In und um das Schwerpunktthema herum fanden die Teilnehmenden in zwei Sessions zu aktuellen Forschungsvorhaben rund um Migration und Digitalisierung der Arbeit sowie in einer methodisch ausgerichteten Sitzung zu biographischen Ansätzen zusammen. Bereits fester Bestandteil des Treffens ist das Format der Peer-Feedback Sessions: Teilnehmende stellten ihre eigenen Textentwürfe vor und diskutieren diese ausführlich und kritisch mit freundlichen Reviewer*innen.
Wie immer gehörten auch praktisch ausgerichtete Formate zu unseren eigenen Arbeitsbedingungen im Wissenschaftsbetrieb zum Programm: So tauschten sich die Teilnehmenden in den Sessions zur Lage der deutschsprachigen Labour Geography und ihrer Zukunft aus; neueste Publikationen sowie Fragen der institutionellen Verankerung und Lehre der Labour Geography wurden angeregt diskutiert. Außerdem stand das an einigen Geographie-Instituten entstehende „Department-Modell“ und Ansätze zu einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der deutschsprachigen Forschungslandschaft im Fokus.
Teilnehmende des Vernetzungstreffens in Halle; Bild: Stephan Liebscher.
Ausblick: Sommerfrische in den Schweizer Bergen, back to the roots 2027 in Köln/Bonn und neues Sprecher:innenteam
Über großes Interesse weit über die Grenzen des AK hinaus freut sich das Team, dass im Juli 2026 ein einwöchiges Labour Research Retreat in den Schweizer Alpen vorbereitet. Das nächste reguläre Vernetzungstreffen des AK Labour Geography wird Anfang 2027 in Köln/Bonn stattfinden. Das Kernteam bilden Oliver Pye und Michaela Doutch. Rückfragen an: kontakt (at) ak-labourgeography.de.
Zu den vorigen Sprecher*innen Barbara Orth, Stephan Liebscher und Christiane Meyer-Habighorst, kommt für 2026/2027 Emma Petersen hinzu. Wir danken Yannick Ecker für sein intensives Engagement die letzten Jahren als Ko-Sprecher des Arbeitskreises.
Wir freuen uns schon jetzt auf das Summer Retreat und das nächste Vernetzungstreffen! Vielen Dank an alle diesjährigen Teilnehmenden für die kritischen Diskussionen und die breite Unterstützung des Organisationsteams vor Ort!
Aktuelle Informationen sowie die Möglichkeit, sich in unsere Mailingliste einzutragen, finden sich auf unserer Webseite des AK Labour Geography.
Euer Orga-Team
Sophie Altmiks, Michaela Doutch, Yannick Ecker, Janika Kuge, Stephan Liebscher, Boris Michel, Tanja Potezica, Oliver Pye, Pedro José Salguero González
